Verpackungen aus

Wellpappe • Vollpappe

Kunststoff

:: Bilder:: Geschichte

Barkiste Barkiste Barkiste Barkiste



"Graf´s Pappen-Mühle" / Sägewerk

Pappen-, Holzschleiferei- & Fassspund-Fabrik Schlottwitz


Um 1889 gründete der Fabrikant Gustaf Arthur Graf sein Unternehmen am heutigen Standort. Er erwarb das Grundstück von einem gewissen Fabrikbesitzer Hübschmann aus Schwarzenberg. Die Nähe zur Müglitz wurde genutzt, um das Wasser zu Pruduktionszwecken und zur Energieerzeugung einzusetzen. Dazu baute man in Höhe der Orgus-Mühle eine Wehranlage (incl. Grabeneinlass und Freiflutergewölbe) mit einer Überfallbreite von ca. 13,5 m. Die Länge des Obergrabens betrug 750 m mit einer mittleren Breite von ca. 3 m. Es waren zwei Francisturbinen in Betrieb, die mit einer installierten Leistung von 110 und 60 PS die Stromversorgung und den Antrieb der Maschinen mittels Transmissionen absicherten. Die hergestellten Produkte waren einerseits Holzschliffpappen aus selber erzeugtem Holzschliff, Bitumenpappen für die Autoindustrie, Sägewerkserzeugnisse und andererseits Fassspunde, die in einer Holzdreherei entstanden. Bereits das Hochwasser von 1897 richtete große Verwüstungen im Müglitztal an. Im Buch "Die große Wassersnot in Sachsen 1897" wurde geschrieben: "Die in Niederschlottwitz über die Müglitz führende Straßenbrücke hat standgehalten, aber eine kurze Strecke unterhalb der selben, in der Nähe der Grafschen Pappenfabrilk, hat die Straße und die Eisenbahn schwer gelitten."

Im Jahre 1927 riss ein erneutes Hochwasser die Wehranlagen und teilweise den Mühlgraben weg. Der restliche Graben versandete, das Fabrikgebäude und die Maschinenräume verschlammten. Ufermauern wurden ebenfalls unterspült. Um 1932 ließ der Sohn von Arthur Graf, Oskar Graf, gewerbliche Räume zu Wohnungen umbauen. Die Firma besaß zu dem noch einen Gleisanschluss der Mügitztalbahn (Schmalspurbahn) "Graf´s Zweiggleis".

Fünf Jahre später – 1937 bildeten die Kaufleute Oskar Graf aus Schlottwitz und Gerhard Niezel aus Dresden eine Offene Handelsgesellschaft. Sie wurden im Handelsregister unter "A. Graf & Co." eingetragen.

Zweck des Unternehmens waren der Handel und die Herstellung von Holzschliff- und Graupappen sowie das Betreiben eines Sägewerkes. Der zugehörige Schneidemühlenanbau wurde 1938 erneuert. Zur Aufbereitung des Altpapieres waren zwei Kollergänge vorhanden, deren Granitscheibendurchmesser 1,20 m betrug. Eine Anlage befindet sich heute als technisches Denkmal auf dem Firmengelände. Nach 1945 wurde der Gesellschaftervertrag aufgelöst und die Familie Graf führt den Betrieb weiter. Arndt Graf übernahm 1957 nach dem Tod seines Vaters Oskar die betriebliche Leitung. In den Jahren 1957/58 war das Müglitztal erneut Opfer von schweren Hochwassern, die auch wieder im Unternehmen erhebliche Schäden anrichteten.

1966 wurden die beiden Turbinen nach größeren Mühlgrabenschäden außer Betrieb genommen und das Objekt erhielt einen Anschluss an die öffentliche Stromversorgung. Der Inhaber Ing. Arndt Graf legte gleichzeitig die gesamte Produktion still, modernisierte das Gebäude und baute die Firma zu einem reinen Verarbeitungsbetrieb um, den er bis 1991 führte – "Arthur Graf - Kartonagen".

Am 01.07.1991 übernahm sein Sohn, Dipl. Ing. Markus Graf, das Unternehmen in der 4. Generation. Der Produktions- und Verwaltungsbereich wurden grundlegend umgebaut, modernisiert und erweitert. Im Zeitraum 1997/98 ergänzte der Bau einer Lagerhalle von 400 m² das Unternehmen. Am 12. August 2002 richtete ein erneutes Hochwasser den wohl größten Schaden in der Region und Unternehmensgeschichte an. Dank außergewöhnlicher Unterstützung durch die unzähligen Fluthelfer, vieler Spender und der finanziellen Unterstützung durch die Sächsische Aufbaubank konnte nach ca. 5 Wochen die Produktion wieder aufgenommen werden. Heute werden in dem Familienunternehmen moderne Verpackungsmittel aus Well-, Vollpappe und Kunststoff hergestellt.